schreibt Fantasy

Leseprobe »Yelco«: Kapitel 1 – Versager

© by Michael Knabe
© by Hybrid Verlag, Homburg
Umschlaggestaltung: © 2025 by Andrea Gunschera
Lektorat: Robien Schmidt
Korrektorat: Petra Schütze
Buchsatz: Yvonne Mick


Als Yelco ser Rugoth am Mittag des Maronsfestes zu sich kam, hatte er das wichtigste Ereignis seit seiner Geburt verpasst.
»Blutige Götter!«
Mit einem Satz sprang er aus dem Bett. Einen Moment später krümmte er sich auf dem Boden und hielt sich den Kopf, den ein riesiger Gong von innen zu zerschmettern drohte. Sein Blick fiel auf den Eimer neben seinem Bett, halb gefüllt mit Erbrochenem. Saurer Speichel sammelte sich in seinem Mund.
»Blutige, verdammte Götter!«
Ein Strom stinkender Brühe ergoss sich aus seinem Magen, brannte ihm im Hals und geriet ihm in die Nase. Yelco umklammerte den Rand des Eimers, hustete und würgte. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn er den Magen selbst erbrochen hätte. Erst nach mehreren Anläufen gelang es ihm, sich zu erheben. Er stieß die Fensterläden auf und taumelte vor dem Licht zurück, das ihm mit glühenden Eisen in die Augen stach. Die Sonne stand genau über dem Fenster ihrer Unterkunft, es musste also kurz nach dem Mittagsruf sein.
Gnädiger Maron!
Heute am höchsten Feiertag Soloas huldigte die Hauptstadt ihrem göttlichen Beschützer. Im Maronstempel fand die Schwertweihe statt, der krönende Abschluss der Offiziersausbildung, der Traum jedes Kadetten der königlichen Armee. Und Yelco hatte sie verschlafen.
Sein Blick schweifte durch die Kammer, die leer und aufgeräumt aussah. In ein paar Tagen würden die nächsten Kadetten einziehen. Am Haken neben seinem Schwert hing der Wappenrock in griesgrämigen Falten, als wollte er sagen: Du hast mich im Stich gelassen.
Unablässig dröhnte der Gong in Yelcos Schädel. Aus und vorbei. Die Rüstsprechung der Priester war seit Stunden vorüber und seine Zukunft lag in Scherben.
Vielleicht verließen sie den Tempel verspätet — vielleicht hatte der Priester länger gebetet — vielleicht kamen sie gerade erst aus der Stadt zurück …
Unsinn, schalt ihn eine Stimme in seinem Kopf, die der von Gayba verdächtig ähnelte. Es wäre das erste Mal, dass etwas, das Vater geplant hat, auch nur einen Atemzug zu spät beginnt.
Yelco ignorierte den Gedanken und riss den Waffenrock vom Haken.

Wenig später taumelte er auf den Zwinger der Königsburg hinaus. Immer wieder drohte ihn der hämmernde Schmerz in die Knie zu zwingen. Der Gedanke an das Offizierspatent trieb ihn weiter. Sollte Vater ihm eben den Kopf abreißen! Für dieses eine Stück Pergament würde er absolut alles erdulden.
Er hastete durch die Menschenmenge in Richtung Paradeplatz. Die Bewohner der Königsburg trugen Festtagsstaat und warfen ihm entrüstete Blicke zu.
Sein Kopf schien auf der flimmernden Luft des Mittags zu schwimmen. An einer Pferdetränke wusch er sich das Gesicht und spülte saure Reste aus dem Mund. Wasser drang ihm in die Nase und befleckte das königliche Wappen auf seiner Brust. Ohne darauf zu achten, rückte er den Helm gerade und schob sich zwischen den Passanten durch das große Tor hinaus.
Auf der Prachtstraße zwischen Stadt und Königsburg erklang bereits der Marschtritt der Truppe. Gerade noch rechtzeitig drängte sich Yelco durch die Zuschauer.

Da kamen sie!
Vorneweg ritt der Generalissimus des Königlichen Heeres, Graf Yoreth ser Rugoth. Sein Rappe tänzelte, als wolle er Funken aus dem Straßenpflaster schlagen. Nicht eine Regung des Reiters verriet, dass er sein Pferd dirigierte. Wie miteinander verwachsen wirkten sie, ausstaffiert in Königsrot, herrschaftlich und edel. Nur der Bart des Generalissimus wollte mit seinem orangeroten Stich nicht in die königliche Farbgebung passen. Der Grauschleier darin begann auch diesen allerletzten Makel zu korrigieren. In wenigen Jahren würde Yoreth ser Rugoth endgültig zu seinem eigenen Standbild versteinern.
Ein wohl vertrautes Zucken ließ das Augenlid seines Vaters flattern. Graf Yoreth kochte. Und er hatte Yelco gesehen. Mit einem einzigen Blick verbrannte der Generalissimus die letzten Reste von Yelcos Stolz. Die abfälligen Grimassen der Umstehenden taten ihr Übriges. Er überging sie und wartete auf seine allerletzte Chance.
Dem Generalissimus folgte ein kompletter Sturm Gardisten, die Elite des soloanischen Heeres. Die Fünfhundert verschmolzen zu einer Maschine mit einem Panzer aus Eisen. Nicht ein Fehltritt störte ihren Marschtritt, den Herzschlag des früheren Reiches Soloa, des Schreckens seiner Nachbarn, bevor es sich selbst zu fürchten begonnen hatte. Zwei Blöcke marschierten voraus, einer flankierend, zwei hinterher, ein undurchdringlicher Kordon um die königliche Sänfte.
Auf den Schultern von zwei Dutzend Gardisten schien sie über den Köpfen der Menge zu schweben, bis zum letzten Tragegriff verziert mit Schnitzereien, deren Vergoldung in der Sonne funkelte, ein Prunkschiff, das irgendwo vom Kurs abgekommen war und in eine ungewisse Zukunft schwebte. Reflexionen des Sonnenlichtes irrlichterten über die Gardisten an ihrer Seite. Der silberne Hirsch, Wappentier des Königshauses, erhob die Vorderhufe zur Wehr. Vielleicht setzte er auch einfach zum Sprung an, um in der Menge zu verschwinden.
Zurückgelehnt in Polster aus Silberfäden ruhte die Königin über ihrem Volk. Die Diamanten ihres Diadems ließen sie wie eine kleine Sonne strahlen und die Berater ihr gegenüber beinahe hinter dem Glanz verschwinden. Graf Albiyos Blick huschte wie immer ruhelos über die Menge. Ob er Yelco gesehen hatte? Den Augen des Beraters entging selten etwas.
Yelco schob den Gedanken zur Seite und konzentrierte sich auf die marschierenden Offiziersanwärter, immer zwei nebeneinander. Kein Fehltritt, keine noch so kleine Unregelmäßigkeit durfte den Glanz der frisch gebackenen Offiziere beflecken.
Dafür war ab jetzt wohl Yelco zuständig.
Comeyo marschierte an der Seite seines Zwillingsbruders Cordyo. Bei Yelcos Anblick riss er die Augen auf und stieß seinem Bruder in die Seite. Gleich würde er eine Fratze ziehen wie immer, wenn er zu lange gemustert wurde.
Nichts dergleichen. Sein engster Freund aus Kindertagen verzog den Mund zu einer stummen Entschuldigung und marschierte weiter.
Dass nicht einmal Comeyo ihn geweckt hatte, schmerzte am meisten.
Ein anderer marschierte an Yelcos Stelle, aber neben Ged in der letzten Reihe tat sich eine Lücke auf. Mit einem Ruck löste sich Yelco aus der Menge und schwenkte neben ihm ein.
Ged fuhr zusammen. »Bist du verrückt?«, stieß er zwischen den Zähnen hervor. »Dein Vater wird dich umbringen!«
»Warum hat mich keiner geweckt?«, zischte Yelco.
Ged antwortete nicht. Stur sah er geradeaus und behielt die Hand am Schwertknauf. Ihn störte es sicher nicht, dass der Sohn des Generalissimus gleich eine Abreibung bekam.

Bis sie den Exerzierplatz vor der Burg erreichten, klebte Yelco die Zunge am Gaumen und das Rot und Weiß der Tribüne verschwamm vor seinen Augen. Die Sonne glühte am Himmel, wie um ihn für sein Zuspätkommen zu bestrafen. Wann immer er versuchte, die Beine zu lockern oder sich eine Spur bequemer hinzustellen, verpasste Ged ihm einen Stoß.
Natürlich. Schulter an Schulter, wie immer. So konnten sie einander besser kontrollieren und alles sah perfekt aus.
Bilder der Feier vom Vorabend zogen Yelco durch den Kopf. Die Kameraden, ums Lagerfeuer sitzend. Ein Diener mit so schwarzen Haaren wie er selbst schenkte ihm eilfertig nach, wann immer er den Becher leerte. In schweigender Übereinkunft ignorierten beide die Scherze über ihr Aussehen. Jemand imitierte eine Ansprache des Generalissimus und alle schütteten sich aus vor Lachen, nur die neben Yelco beobachteten ihn aus dem Augenwinkel. Kamen Witze, die man vor seinem Sohn erzählte, beim Alten an?
Noch immer hielten sie ihn für das Ohr des Generalissimus, dabei machte er wirklich jeden Unsinn mit. Wer von ihnen kannte schon die Arrestzelle von innen? Nach zwei Tagen war Yelco entlassen worden, aber sein Vater hatte einen vollen Mondwechsel lang nicht mit ihm gesprochen. Die anderen verstanden nicht, dass ihn immer zwei Strafen erwarteten: die für den Soldaten und die für den Sohn.
Ein Stoß von Ged ließ ihn hochschrecken. Soeben verließ der Generalissimus seinen Platz und schritt die Reihe der Kadetten ab. Wie an Leinen gezogen schwenkten hinter ihm zwei seiner Offiziere mit ihren Adjutanten ein.
Der nächste Rippenstoß traf ihn. »Kannst du nicht einen Atemzug lang gerade stehen?«, fauchte Ged.
Gerade stehen? Ein Wunder, dass er sich überhaupt aufrecht halten konnte.
Yelco riss sich zusammen, bis der Generalissimus mit seinem Gefolge an ihm vorbeimarschiert war. Die Ader am Hals seines Vaters pochte. So wütend war er selten.
Beim nächsten Stoß hing ihm der Kopf beinahe auf der Brust. Wie lange hatte er geträumt?
Zu lang. Vor Ged stand der Generalissimus. Die Mittagshitze schien einen Bogen um ihn zu machen. Nicht ein Schweißtropfen stand auf seiner Stirn.
»Soldat Ged aus dem Haus Shembane.«
Schneidig salutierte Ged.
»In den vergangenen zwei Jahren habt Ihr auf diesem Platz Euer Können bewiesen und bei den Übungen dreielf Soldaten ins Feld geführt. Dabei habt Ihr Euch in herausragender Weise um Eure Männer gekümmert. Eure Kenntnisse der Kriegskunst, Euer Geschick beim Führen von Männern und Euer Können am Schwert befähigen Euch zum Offizier der Königlichen Armee von Soloa.«
Ohne hinzusehen, streckte Graf Yoreth die Hand aus und ein Adjutant legte ein gesiegeltes Stück Leder hinein. »Kraft meines Amtes verleihe ich Euch die Offizierswürde der Armee Ihrer Königlichen Majestät.« Er reichte dem frisch gebackenen Offizier die Hand und gestattete sich das schmalste aller Lächeln.
Während auch die beiden anderen Offiziere Ged die Hand schüttelten, begriff Yelco, dass es ein großer Fehler gewesen war, sich in den Zug der Offiziere einzuschleichen.
»Soldat Yelco.« Der Blick seines Vaters bohrte sich in seinen. »In den letzten Jahren habt Ihr versucht, auf diesem Platz und im Feld zu bestehen. Es gab verschiedentlich Schwierigkeiten und oft standet Ihr im Mittelpunkt.«
Yelco musste an sich halten, um nicht die Stirn zu runzeln. Mittelpunkt? Er hatte einfach nur mitgemacht!
»Bei den Waffenübungen habt Ihr Euer Können bewiesen, aber bis jetzt keine Disziplin gelernt. Heute, am wichtigsten Tag Eurer Ausbildung, befandet Ihr es nicht für nötig, zur Huldigung Marons im Tempel zu erscheinen — Marons, dessen segensreiche Hand Eure Laufbahn hätte leiten sollen.«
Yelco wollte sich in Nichts auflösen.
Unerbittlich sprach sein Vater weiter. Das Echo seiner Stimme hallte über den Platz und brach sich an den Mauern der Königsburg. »Was Ihr Euch erlaubt habt, zeigt nicht nur den Mangel Eurer Fähigkeiten. Es konstituiert eine Beleidigung der Götter und eine Schande für die Armee.«
Totenstille herrschte auf dem Platz. Der Adjutant mit dem Offizierspatent in der Hand erstarrte. Wie ein riesiger Rubin glänzte der Lack des Siegels in der Sonne.
Yelco riss den Blick von dem Lederstück los, auf dem sein Schicksal geschrieben stand. Er zwang sich, in die Augen seines Vaters zu blicken, die so hart und glatt wirkten wie der polierte Stahl seines Brustpanzers.
Sein Vater hob das Kinn. »Soldat Yelco, Ihr seid eines Offiziersamtes in der Königlichen Armee nicht würdig.«
Ein Wink und das Siegel zerbrach unter dem Griff des Adjutanten. Einen Moment schien sich das Leder zu wehren. Ein scharfer Ruck riss es mitten entzwei.
»Hiermit degradiere ich Euch zum Lanzenträger.«
Das Aufstöhnen der Menge, das Zischen, mit dem seine Kameraden Luft holten: Alles verschwamm im Brausen, das seine Ohren füllte. Alles außer den einzigen Worten, die sein Vater an ihn persönlich richtete:
»Besser, du wärst nie geboren worden.«


Vehementes Rütteln an der Schulter riss ihn ins Bewusstsein zurück. Comeyos Stimme klang so undeutlich wie durch eine dicke Tür. »Marons Bart, was ist nur los mit dir? Meine Güte, was für ein Durcheinander.«
Langsam richtete sich Yelco auf. Er blinzelte angestrengt und blickte in die Gesichter der Kameraden, die sich hinter Comeyo in der Stube drängten.
»Welches Durcheinander? Es ist ganz einfach. Ich werde Lanzenträger und mein Vater vergisst seinen jüngsten Sohn.« Die Worte kamen seltsam verwaschen heraus. Der Raum schwankte vor seinen Augen wie ein Schiff auf hoher See.
»Sag mal, hast du noch einmal etwas getrunken?«
Yelco schüttelte den Kopf. »Mein Vater …«
»… will mit dir sprechen. Klingt das nach Vergessen?«
Yelco gelang es kaum, seine Gedanken zusammenzuhalten. »Was glaubt ihr, was er zu sagen hat, wo ich, wo ich ihn blamiert habe vor … vor allen? Wirft mich raus. Kann gar nicht anders.« Wütend wehrte er den Versuch seiner Freunde ab, ihn zu stützen. »Außerdem kann euch das egal sein. Euch allen, ja! Mein bester Freund lässt mich vor der Offiziersweihe verschlafen! Was mache ich überhaupt noch hier? Was rede ich mit euch?« Wie durch einen Nebel nahm er die Kameraden wahr. Goshod hielt die Hand vor den Mund. Cordyo riss die Augen auf, oder war das Comeyo? »Für euch war ich nur der Sohn vom Alten. Immer der Sohn vom Alten. Da habt ihr es mir fein heimgezahlt.« Seine Lippen wollten ihm nicht gehorchen. Jetzt rann ihm sogar ein Speichelfaden übers Kinn!
»Yelco.«
»Ich war überall dabei, habe … häbe Witze über ihn gerissen, die keiner sonst über seinen Dings, seinen Vater gemacht hätte. Ich habe mitgefeiert! Ich …«
»Yelco!«
»Ich habe …«
»Yelco!« Comeyos Ton duldete keinen Widerspruch. »Halt den Mund und fass auf dein Kissen!«
Zögernd tat er es. Das Kissen war triefend nass und unter seinem Bett sammelte sich Lache.
Comeyo seufzte. »Wir haben dir beinahe den Hals gebrochen vor lauter Schütteln. Als das nicht half …«
»… haben wir dir einen vollen Eimer Wasser übers Gesicht geleert.« Wie so oft setzte Cordyo den Satz seines Bruders fort. »Aber du hast dich umgedreht und weitergeschlafen.«
»Wir haben sogar den Heiler geholt«, fuhr Comeyo fort. »Aber der hat nur gesagt, wir sollen dich deinen Rausch ausschlafen lassen.«
»Und dann …« Cordyo flüsterte fäst. »… mussten wir gehen.«

Mit offenem Mund sah Yelco seine Kameraden an, mit denen er Staub geschmeckt, Übungsschwerter gekreuzt, Siege und Niederlagen geteilt hatte. Das Entsetzen über die Katastrophe spiegelte sich in ihren Gesichtern. Wie eng sie zusammengewachsen waren — sogar mit ihm, dem Sohn des Generalissimus.
»Schöne Scheiße«, murmelte Cordyo. Yelco hörte es kaum, sondern starrte das Kissen an.
»Comeyo …«
»Ist schon gut.«
»Tut mir leid. Ich dachte …«
»Ist schon gut.«
Das Schweigen dehnte sich. Niemand wagte es, die Stille zu durchbrechen.
»Was wirst du jetzt tun?«, wollte Goshod schließlich wissen.
Yelco zuckte mit den Schultern. »Weiß nicht.«
Der Raum drehte sich sacht vor seinen Augen.
»Wirst du …«, begänn Cordyo und stockte.
Yelco folgte Cordyos Blick zum Schwert, das noch immer an seiner Hüfte hing. Er lauschte in sich hinein und die anderen lauschten ängstlich mit, aber keine Stimme befahl ihm, sich vom Angesicht der Erde zu tilgen, um seiner Familie die Schande zu ersparen. Unter dem Nebel der Benommenheit fand er nur Scham und grenzenlose Wut.
»Nein«, erklärte er schließlich. »Den Gefallen tue ich ihm nicht.« Sein Lachen misslang. »Ich werde der erste Rugoth, der Lanzenträger bleibt. Zu Befehl, General Comeyo!« Sein aufgesetzter Salut endete in einem grotesken Stolpern.
Auch das Lachen der anderen klang aufgesetzt.

Mit einem Schulterzucken machte sich schließlich der erste ans Zusammenpacken. Die übrigen folgten.
»Kommst du mit zum Offiziersball …« Noch im Sprechen bemerkte Goshod seinen Fehler. »Odos Arsch, tut mir leid!«, murmelte er und eilte hinaus.
Mit weichen Knien sank Yelco auf seine Pritsche. »Ich halte das nicht aus.«
Nur Comeyo blieb. »Es nutzt nichts, sich zu verkriechen. Dein Vater hat dich zu sich bestellt.«
»In der Öffentlichkeit wird er sich nie mehr mit mir sehen lassen.« Wenigstens kehrte allmählich das Gefühl in seine Zunge zurück.
»Zuallererst sieh zu, dass du nüchtern wirst«, erwiderte Comeyo. »Hör mal, ich muss nach Hause, packen. Cordyo und ich brechen morgen in die Grafschaft Bandeth auf.«
»Sicher.«
»Ich komme morgen zum Abschied bei euch vorbei. Versprochen!«
Yelco starrte ins Leere und lauschte den Stiefeltritten seines besten Freundes.
Dem Zuklappen der Tür folgte nichts als Stille und bodenlose Scham blieb seine einzige Begleitung.

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